Was ist Hospiz?

Der Begriff "Hospiz" ist abgeleitet vom lateinischen "hospitium": Gastfreundschaft, Bewirtung, Herberge.

Er taucht erstmals ab dem 4. Jahrhundert auf, als christliche Orden Reisende sowie Kranke und Bedürftige aufnahmen und versorgten. Im frühen Mittelalter war das Hospiz ein Ort, an dem Pilger Schutz und Ruhe finden konnten. Es bot den Menschen auf ihren Pilgerreisen Unterkunft, Beköstigung, Ruhe und seelsorgerische Begleitung.

Im 18. und 19. Jahrhundert haben verschiedene christliche Ordensgemeinschaften in ihren Klöstern kranke und sterbende Menschen aufgenommen und bis zum Tode versorgt und gepflegt. Diese Einrichtungen der Klöster wurden auch Hospize genannt.

Die Idee, sterbende Menschen gut zu versorgen und zu pflegen wurde in jüngerer Zeit wieder aufgegriffen. Als eines der ersten Hospize wurde das heute bekannteste - das St. Christophers Hospice - 1967 in London unter der Leitung von Dr. Cicely Saunders eröffnet. Von dort hat sich die Hospizbewegung und der Hospizgedanke, so wie wir ihn heute verstehen, weltweit verbreitet.

"Hospiz" bezeichnet danach nicht nur einen Ort oder eine feste Institution, sondern ist eine umfassende Idee mit ganzheitlich, systemischem Ansatz, die sowohl im ambulanten Bereich als auch stationär umgesetzt wird. Im Interesse des Schwerstkranken und Sterbenden gilt der Grundsatz "ambulant vor stationär".